Mario Tsai – Der sanfte Minimalist

Der chinesische Designer Mario hat für unsere neuesten Kollektionen einige schöne Produkte erschaffen. Wir sprachen mit ihm über seine Vorgehensweise und was gutes Design eigentlich bedeutet

Der chinesische Designer Mario hat für unsere neuesten Kollektionen einige schöne Produkte erschaffen. Wir sprachen mit ihm über seine Vorgehensweise und was gutes Design eigentlich bedeutet

Die Teilnahme an der Stockholm Furniture Fair stellte in den letzten zehn Jahren bereits einen Fixpunkt in unserem Kalender dar. Das vergangene Jahr 2017 war allerdings ein ganz besonderes, denn da entdeckten wir den chinesischen Designer Mario Tsai. In der letzten Saison, Spring/Summer 2018 war sein Design „Flying Shelf“ ein Teil unserer Kollektion, und für den Herbst/Winter 2018 stellt sein Tisch „Insert“ einen der Höhepunkte der Saison dar. Seine Art und Weise, die Geometrie in seine Formensprache zu integrieren, bildet eine natürliche Ergänzung zu unserem Weg, neue Formen zu erforschen. Seine Art und Weise des Verfeinerns von Werken zu einer Einheit aus Funktion und Ästhetik ist im Einklang mit der Art und Weise, in der wir Multifunktionalität für Accessoires und Möbel hoch halten.

 

 

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“Ich mag das Gefühl, täglich mit verschiedenen spannenden Projekten beschäftigt zu sein.”

 

Eine Reise, ein Shop, ein Studio

Nach seinem Abschluss an der Beijing Forestry University in 2011 begann er, als Designer zu arbeiten. Doch erst ein paar Jahre später fand er den richtigen Zeitpunkt und Raum, um sein eigenes Studio zu eröffnen – was nicht einmal als Studio begann:

„Nachdem ich meinen Job als Designer und Produktingenieur bei einem prominenten Möbelhersteller gekündigt hatte, bereiste ich für etwa ein halbes Jahr China. Die Reise führte mich nach Hangzhou, wo mein Bruder und ich einen kleinen Shop mit interessanten Sachen eröffneten, die ich auf meiner Reise gefunden hatte,“ sagt Mario. „Mit diesem Shop als erste Basis war für mich auch die Zeit reif geworden, um mein erstes Studio zu gründen.“ Mittlerweile befindet sich das Studio an einem neuen Standort in der Nähe von Bergen und umfasst nun sechs junge Designer, die alle an der Vielzahl von Projekten arbeiten, mit denen das Studio beauftragt wird:

„Ich mag das Gefühl, täglich mit verschiedenen spannenden Projekten beschäftigt zu sein. Wir arbeiten also an vielen verschiedenen Dingen – von Möbeldesign bis hin zu Kunstinstallationen.“ Mario Tsai hatte noch nie die nordischen Länder bereist, bevor er an der Stockholm Furniture Fair im Greenhouse für junge Designertalente teilnahm.

 

“Ich finde es großartig, dass nordische Marken gerne mit jungen Designern aus der ganzen Welt zusammenarbeiten”

„Das nordische Design gefällt mir wirklich, und ich sehnte mich danach, dorthin zu gehen,“ erinnert Mario sich. „Ich finde es großartig, dass nordische Marken gerne mit jungen Designern aus der ganzen Welt zusammenarbeiten. Das stellt für aufstrebende Talente eine wirklich große Chance dar. Und als ich für das Greenhouse angenommen wurde, ergab sich für mich eine ausgezeichnete Möglichkeit. Es war definitiv der Anfang meines Designerstudios,“ sagt er.

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Eine sanfte Version des Minimalismus

Von der nordischen Designtradition beeinflusst, sieht Mario Tsai sich als Teil der minimalistischen Designerszene. Selbstredend aber mit seiner eigenen Auslegung, wie Minimalismus aussehen und sich anfühlen sollte. Er hat seinen Ansatz manchmal als sanften Minimalismus‘ bezeichnet. Daher mussten wir natürlich unbedingt in Erfahrung bringen, was er damit meint.

„Minimalismus als Beginn des modernen Designs macht unser Leben einfach und schön. Doch manchmal wird er emotional betrachtet so kalt und rücksichtslos, dass ich versucht bin, meinen Minimalismus sanfter und wärmer zu gestalten. Ich versuche auf verschiedenste Art, die Designs in ihrem Minimalismus sanft zu kreieren – beispielsweise durch die Integration von weichen Materialien oder passenden wärmeren Farbtönen“ erklärt Mario.

„Ich denke, es ist wichtig zu betonen, dass Funktion und Ästhetik sich meiner Meinung nach nicht ausschließen. In jedem Design muss nur die Balance zwischen den beiden kontrolliert werden. Funktionalität wird immer das Fundament eines Produkts sein, die Ausschmückung einzubinden ist dagegen ein natürlicher Prozess – kein bewusster“ erzählt Mario und zeigt auf, wie dies im Flying Shelf zum Ausdruck kommt:

„Die Kugel ist nicht nur Dekoration, sondern auch ein Strukturelement, das das Regal an der Wand fixiert. Ich denke, die Dekoration der Produkte nimmt die Rolle ein, die Funktion interessanter zu machen.“

Die Sanftheit seines Minimalismus wird sowohl im Flying Shelf als auch im Insert Table offensichtlich. Beide sind Ausdruck des Dialogs zwischen strengen Linien und weicheren Formen; zwischen dem Schönen und dem Funktionalen. Allen ist bewusst, dass gutes Design für Mario Tsai in Schönheit und Intuition begründet ist – seine Designsprache ist einfach, leicht und auf Benutzerfreundlichkeit ausgerichtet.

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