Zu Hause bei Valentina Guidi Ottobri

Nachdem sie ihre Heimat Italien kürzlich gegen die berühmte Landschaft von Grasse in Südfrankreich – der Parfümhauptstadt der Welt – eingetauscht hatte, schuf sich die Kunstkuratorin Valentina Guidi Ottobri ihr neues Zuhause in einem charmanten Steinhaus im traditionellen provenzalischen Stil.

Von hier aus arbeitet sie an ihren Ausstellungen sowie an ihren innovativen, genreübergreifenden Projekten in den Bereichen Kunst, Sammler-Designerstücke und Mode. Sie ist die treibende Kraft hinter der Home-Abteilung des Exklusivhändlers Luisaviaroma und unterstützt auch aktiv junge Talente und kreative Experimente über Kollektionen, die in Zusammenarbeit mit kleinen handwerklichen und unabhängigen Studios zusammengestellt werden.

UND ATMEN

Valentina hat Italien für die Provence verlassen, um sich mit ihrem Freund, mit dem sie seit 17 Jahren zusammen ist, in einem für Grasse typischen Landhaus eine neue Bleibe zu schaffen. Diese wurde liebevoll in ein modernes Zuhause verwandelt. Das Paar machte sich durch den Umzug auch die Vorteile des Lebens in der Natur zu eigen: „Das erste, was wir nach unserer Ankunft taten, war, einen Gemüsegarten anzulegen und eine Feuerstelle zu schaffen. Diese verwenden wir für spirituelle Rituale oder wenn wir Freunde zu uns einladen“, sagt Valentina. Trotz dieser einschneidenden Abwendung vom schnelllebigen Stadtleben ging die Veränderung einfach vor sich und das Haus ist immer offen für Freunde – mit Abendessen, die „immer in leidenschaftlichen Diskussionen über die großen Themen des Lebens enden.“

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EIN KÜNSTLERISCHER RÜCKZUGSORT

In diesem Jahr wird Valentina eine Reihe von Künstlerfreunden, Regisseuren, Designern, Philosophen und Wissenschaftlern für künstlerische Aufenthalte zu sich nach Hause einladen. Für Valentina ist ihr Zuhause nicht nur ihr persönlicher Rückzugsort, sondern auch ein Ort für Weiterbildung und Experimentierfreude: „Ich mag es, mich in ein Buch zu vertiefen, um meine Fantasie anzuregen oder Ideen zu entwickeln, die ich in meinen Ausstellungen zu Themen gestalten kann“, erklärt sie. „Aber das Haus ist für mich auch ein Ort zu Regenerieren. Bei mir gibt es immer brennende Kerzen und Weihrauchduft.“

 

„Die Dinge, mit denen ich mein Zuhause dekoriere, haben keinen bestimmten Hintergrund. Ich wähle sie einfach aus, weil sie mir gefallen.“

SPIRITUELLE ERLEUCHTUNG

Eines der Dinge, das Valentina aus ihrer früheren Heimat mitgenommen hat, ist ihr Tempel. Er hat die Form eines kleinen Altars und besteht aus sieben Symbolen, die jeweils Werte verkörpern, die ihr wichtig sind. „Jeden Morgen bringe ich ihnen kleine Opfergaben wie Wasser und Blumen“, sagt sie. Der nach indischen Traditionen gestaltete Altar erinnert sie täglich daran, geerdet zu bleiben, und verbindet sie mit der Zeit, die Valentina in Mumbai verbrachte, als sie Anfang Zwanzig war.

NATÜRLICHER LEBENSRAUM

Ihr Haus ist von organischen Formen und einem einfachen Design geprägt, das Elemente der Natur mit ihrem Spürsinn für gutes Design vereint. Das in neutralen Farbtönen gehaltene Wohnzimmer – der Mittelpunkt des Hauses – bietet mit natürlichen Strukturen und Erbstücken neben stilvollen Objekten eine entspannende und gemütliche Atmosphäre. „Im Sinne der Philosophie des spanischen Künstlers César Manrique bin ich auf der Suche nach Harmonie zwischen Kunst und Natur“, erklärt Valentina. Das Konzept der Natur-Kunst-/Kunst-Natur-Häuser von Manrique auf Lanzarote fasziniert sie: „Sie verkörpern am besten, was ich unter einem Haus verstehe.“

 

 

„Im Sinne der Philosophie des spanischen Künstlers César Manrique bin ich auf der Suche nach Harmonie zwischen Kunst und Natur“

 

 

LANDLUST

Das Leben hier ist einfach. Ein Tag in Valentinas Leben beginnt mit einer Tasse Kaffee und einer Gabe für ihren Tempel, bevor sie sich den praktischen Alltagstätigkeiten widmet, die in einem Leben in einem gemäßigten Klima anfallen; der Garten muss gegossen und Fr+chte müssen gepflückt werden: „Die Tomaten sind am besten“, sagt sie. Außerhalb der Küche spendet ein Kiesbereich Schatten vor der sommerheißen Sonne, und was sie an dem Haus am liebsten mag, ist das kleine Schlafzimmerfenster mit Aussicht auf die großen Bäume im Garten und einem flüchtigen Blick auf das Tal und den endlosen sternenbedeckten Nachthimmel. Interessanterweise erinnert das Haus sehr an die Sommer, die Valentina als Kind bei ihrer Großmutter in Italien verbrachte. „Wir hatten ein Anwesen im Arnotal mit einem Hühnerstall, einem Gemüsegarten und Pferden. Das Haus befand sich in der Nähe eines Waldes, in dem wir oft lange Spaziergänge unternahmen. Ich habe sehr schöne und lebendige Erinnerungen an die Morgenmäntel mit Blumenmustern, die meine Großmutter trug. In vielerlei Hinsicht waren sie meine erste Begegnung mit Ästhetik.“

 

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DESIGNEINFLÜSSE

Die besten Inspirationen stammen von Valentinas Reisen, vor allem von denen nach Mykonos und Marrakesch. Als Kuratorin hat sie auch das Glück, von den Künstlern und Designern, mit denen sie zusammenarbeitet, Kunstwerke geschenkt zu bekommen, obwohl „die Dinge, mit denen ich mein Zuhause dekoriere, keinen bestimmten Hintergrund haben. Ich wähle sie einfach aus, weil sie mir gefallen.“ sagt sie. Ihr Liebling im Haus ist allerdings kein Ding, sondern ihre Katze, die Pancake heißt. Und wenn sie jemals irgendwo anders leben würde, wo wäre das? „Auf Bali. Mir gefällt die Spiritualität, die sich hinter allem und den Kleinigkeiten des täglichen Lebens verbirgt. Ich mag die unberührten Landschaften und die endlosen Teeplantagen. Es ist ein magischer Ort, an dem du mit deiner Seele in Einklang kommen kannst.“

 

Valentina Guidi Ottobri, 1988 in Florenz, Italien, geboren.

Valentina arbeitet als Kuratorin und Kreative in den Bereichen Kunst, Designer-Sammlerstücke und Mode.

valentinaguidiottobri.com @valentinag_o

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